Die Sage vom Graurock

 

                                                  

 

Neben dem Rümpfwald, der in unserer Gegend zwischen Glauchau und dem nahegelegenen Lichtenstein zum zweitgrössten geschlossenen Waldgebiet des erzgebirgischen Beckens zählt, gibt es noch ein kleineres Waldgebiet - den Graurock.

Über den Graurock weiss man sich hier in Stangendorf folgendes zu berichten:

 

Der Sage nach lebte einst in Zwickau ein unbarmherziger und strenger Amtsmann, welcher sogar die im Wald nach Beeren und Pilze suchenden Frauen und Kinder mit seinen scharfen Hunden hetzte. Der Graurock schreckte die Leute mit seinen unheimlichen Lauten.

Ein Fleischer, der auf dem Weg von Mülsen St. Micheln, einem der Nachbarorte, nach Auerbach (b. Zwickau) war, vernahm Schritte. Doch er konnte Niemanden sehen oder entdecken. Trotzdem ging er dem Geräusch nach und wurde so die ganze Nacht kreuz und quer durch den Wald geführt bis er am nächsten Morgen wieder vor seinem Dorf stand.

Einer Bauersfrau aus Stangendorf setzte sich der Spuk in ihren Tragekorb und machte sich schwer und immer schwerer. Völlig erschöpft kam die Frau zu Hause an und musste lange Zeit das Bett hüten. Dann gelang es einer beherzten Frau und drei Männern endlich dem Geist ein Ende zu setzen.

In einer Neumondnacht kamen sie an einem Kreuzweg in der Nähe des Waldes zusammen. Sie hatten eine leere Flasche und ein Säckchen Hirse bei sich.

So liessen sie dann Körnchen für Körnchen unter Beschwörungsformeln in die Flasche fallen. Schliesslich wurde sie vergraben.

Nun muss der Graurock so viel Jahre still halten, wie Hirsekörner in der Flasche sind.

 

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