Gasthof Stangendorf

 

                                               

Eine der beliebtesten Einkehrstätten im Ort wie im Mülsengrund ist unser Gasthof. Er wurde nachweislich im Jahre 1813 von einer Stangendorfer Genossenschaft errichtet. Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges war Hermnann Ulbricht der Pächter der Gaststätte.

Vor seiner Einberufung ins kaiserliche Heer verkaufte er allerdings den Gasthof. Zum Gasthof gehörten damals Landwirtschaft und Übernachtungsmöglichkeiten. Die zur Gaststätte gehörenden 4 ha grosse Feldfläche befand sich auf St. Michelner Flur.

Viele Handelsleute und Betreiber von Pferdefuhrwerken aus dem Erzgebirge suchten im Gasthof immer wieder eine Bleibe oder Übernachtungsstätte.

 

Im Jahre 1920 übernahm Max Krauße den Gasthof bis er 1933 verstarb. Ab dieser Zeit führte seine Gattin Marie die Lokalgeschicke bis zum Jahr 1939. Ihre Tochter, Martha Flath, übernahm ab Januar 1940 dann den Gasthof und betrieb ihn bis 1955.

Danach ging der Gasthof bis zur politischen Wende in den Besitz der ansässigen LPG über. Hier haben die LPG-Mitarbeiter, aber auch die Bürger des Ortes unter der Woche ihre warme Mahlzeiten eingenommen oder abgeholt. Auch Feierlichkeiten und Versammlungen der LPG-Bauern sind mit Übernahme des Gasthofes durch die LPG als Pacht hier abgehalten worden.

 

Bis in die 1930er Jahre hatte unmittelbar hinter dem Gasthof der Stangendorfer Schützenverein sein Domizil. Jedes Jahr wurde von ihm das Vogelschiessen im Ort veranstaltet. Während des Zweiten Weltkrieges waren im hinteren Anbau, dem Festsaal des Gasthofes, französische Kriegsgefangene untergebracht, die in Stangendorfer Bauerngehöften arbeiteten.

 

Noch weit bis in die fünfziger Jahre hinein fanden im Saal des Gasthofes fast regelmässig Veranstaltungen an Wochenenden und Feiertagen statt. So spielten und gastierten hier unter anderem die Jugendkapelle Stangendorf mit Günter Klostermann, Harry Kümmel, Manfred Peuschel und Helmut Puzicka oder auch die Briesener Kapelle, die Kapelle Paul Hopfmann und Fritz Köhler aus Mülsen St. Jacob.


Danach dienten die Räumlichkeiten des Saales wie der Gaststätte viele Jahre für Jugendzusammenkünfte.

 

In den Jahren 1968 bis 1971 erfuhr der Gasthof eine generelle Sanierung des gesamten Gebäudekomplexes. Leider verschwand dabei bedauerlicherweise das bis dahin existierende Fachwerk im Gebäude.

Mit Auflösung der LPG im Jahre 1990 ging der Gasthof in das Eigentum der Agrarwirtschaft GmbH und Co. KG über.

Seit dieser Zeit gab es verschiedene Pächter der Gaststätte. Das Ehepaar Mothes übernahm die Nachfolge aus den Händen der Familie Leib und betrieb die Schankwirtschaft von 1993 bis zum Januar 2005.

 

Andreas Pester ist seit dem der neue Inhaber und hat die inneren Räumlichkeiten der Gaststube und sowie die separate Stube in neuen Glanz und Aussehen&xnbsp; gelegt.


Der Saal des Gasthofes beherbergt seit November 1991 ein Spielcenter mit Billardtischen und verschiedenen Spielautomaten, welches vorwiegend von den Jugendlichen des Mülsengrundes und den umliegenden Orten gern besucht wird.