Chronik

Teil 1: 12. Jh. - 1899

 

 

12. Jahrhundert

Gründung des Dorfes.

 

1460

Erstmalige Erwähnung des Ortes „Stangendorff“ im Bettelbuch der Zwickauer Franziskanermönche.

 

1493

Im Schönburgischen Zinsregister werden 19 Männer und die Mühle erwähnt.

 

1497

Der Ort zahlt 19 Gulden und 53 Groschen Hochzeitssteuer.

 

1526

Bestätigung, dass der Kretschmar von altersher eine freie Schenke war.

 

1542

Kirchliche Zugehörigkeit zu Thurm.

 

1569

Im Ort gibt es 20 besessene Mann.

 

1699

In diesem Jahr gibt es im Ort 9 Pferde- und 11 Handgüter, 4 Gartenhäuser und 5 kleinere Häuser.

 

1717

Der zehnjährige Hans Merten wird am Mühlenwehr vom Blitz erschlagen.

 

1750

Im Ort gibt es 21 besessene Mann, 8 Gärtner, 23 Häusler, 1 wüstes Anwesen.

 

1770

In diesem Jahr gibt es im Ort 4 Schneider, 1 Weber, 1 Tischler und 1 Korbmacher.

 

1784

Man berichtet von Meister Bachmann, der ein Tischler ist, sei auch ein geschickter Bienenzüchter.

 

1800

Um diese Zeit besteht eine fürstlich-schönburgische Geleitseinnahme.

 

1800 bis 1900

Auf Grund des vermehrten Wolfbestandes legen die Bauern des Ortes verstärkt  Wolfsgruben (Fallen) an. Für jeden dadurch erlegten bzw. gefangenen Wolf gibt es als Prämie 1 Gulden.

 

1806 bis 1809

Durchmärsche und Einquartierungen zum Zeitpunkt der napoleonischen Kriege bringen im Ort grosse Belastungen mit sich. Entzug von Vieh und grosse Brände sind an der Tagesordnung.

 

1813

Errichtung des heutigen Gasthofes durch eine Stangendorfer Genossenschaft. Hermann Ulbricht wird erster Pächter.

 

1834

Der Ort zählt 442 Einwohner.

 

1839

Wahl des ersten Gemeinderates, in dem folgende Ratsmitglieder sitzen sitzen: 2 Pferdebauern, 2 Handbauern und Gärtner, 1 Häusler und 1 Unansässiger.

 

1840

Erwähnung von starkem Obstbau und einer riesigen Linde.

 

1856

Am 10. Oktober übernimmt der Gutsbesitzer und Gerichtsschöffe Johann Georg Teubert auf unbestimmte Zeit die Aufgabe, mit seinen Pferden die Feuerwehrspritze zu fahren.

 

22. Juli 1864

Johann Robert Dietrich wird neuer Spritzenmeister in Stangendorf mit einem jährlichen Gehalt von vier Talern. Er übt das Amt aber nur bis zum 29. Oktober des selben Jahres aus. Am gleichen Tag wird der Hausbesitzer Christian Gottlieb Müller zum neuen Spritzmeister gewählt.

 

1870

Die höchste im Ort jemals registrierte Einwohnerzahl seit Ansiedlung und Bestehen des Ortes liegt bei ca. 1.000 Einwohner. Dieser Wert wird in den folgenden 130 Jahren nie mehr annährend erreicht.

 

1876

Gründung der Ortsfeuerwehr.

 

29. August 1877

Dem Spritzmeister Christian Gottlieb Müller wird eine Gehaltszulage von drei Mark zugesprochen.

 

1. November 1880

Einweihung einer neuen Spritze für die Ortsfeuerwehr. Branddirektor Becher aus Zwickau überprüft in Gegenwart des örtlichen Gemeinderates ihre technische Leistungsfähigkeit. Die alte Spritze kaufte für 30.000 Mark das Gemeinderatsmitglied Meyer aus Stangendorf.

 

1881

Spritzenmeister Seidel kündigt am 13. Oktober sein Amt auf. Nachfolger wird Emil Petzold, Erfinder des Wendepfluges. Die Feuerlöschkasse im Ort verwaltet zu dieser Zeit Christian Friedrich Sehrer.

In Anwendung der „Vorschriften des Reichsgesetzbuches“ können Strafgelder für Versäumnisse bei der Spritzprobe sowie bei Ungehorsam und Zuwiderhandlungen in einer Höhe von 10 Mark kassiert werden.

 

5. Juni 1882

Im Ort leben 735 Einwohner.

 

1883

In diesem Jahr wird der Gesangsverein „Harmonie“ gegründet.

 

14. April 1883

An diesem Tag erfolgt die Musterung für Militärdienstpflichtige aus Stangendorf und Mülsen St. Niclas im Rathaus zu Lichtenstein.

 

1. November 1885

Erste Fahrt der Mülsengrundbahn. Stangendorf erhält Gleisanschluss und einen Haltepunkt an der 14 km langen Strecke.

 

3. Oktober 1889

Bruno Wagner eröffnet sein Fleischverkaufsgeschäft, die heutige Fleischerei Franke.

 

2. Dezember 1895

In den einzelnen Orten findet durch die Königliche Amtshauptmannschaft Glauchau eine Volkszählung statt. Stangendorf besass zu diesem Zeitpunkt 758 Einwohner.

 

1899

Im Ort brennt im Jahr vor der Jahrhundertwende die Knochenmühle nieder.

 

Zu den weiteren Chroniken: Chronik, Teil 2: 1900 - 1945  Chronik,  Teil 3: 1949 - 2008